Was ist Ringen?

Sagen euch die Wörter „luctatio“ und „palaestra“ etwas?

Wahrscheinlich nicht!
Luctatio bedeutet Ringen – eine Sportart, die bereits vor weit über 4000 Jahren von den Griechen betrieben wurde und heutenoch zu den modernen olymp. Kampfsportarten zählt.
Palaestra ist das lat. Wort für Ringschule – ein Beweiß dafür, dass Schule und Sport zusammen gehören.

Ihr kennt sicher die mathematische Formel c^2 =a^2 + b^2.
Wußtet ihr, dass das Mathe – Ass Phytagoras , der diese Formel erfunden hat, ein mehrfacher Olympiasieger im Ringen war.

Im Mittelalter genoss das Ringen ein hohes Ansehen. Es war fester Bestandteil der „Ritterlichen Erziehung“. Ritter wurden damals im Ringkampf geschult und es zählte zu den sieben Fähigkeiten, die sie beherrschen mussten.

Im 16. Jahrhundert befassten sich Menschen wie Luther, Dürer und Cranach mit dem Ringkampf. Fabian von Auerswald verfasste eines der ältesten Sportlehrbücher. Cranach fertigte Holzschnitt – Illustrationen dazu. Albrecht Dürer lieferte Bilder über den Ringkampf.Der 30. jährige Krieg, der im 17. Jahrhundert tobte, brachte das Ringen fast zum Aussterben.Erst im 19. Jahrhundert bekam der Ringkampf wieder eine Bedeutung. Ludwig Jahn machte das Ringen zum Bestandteil des Turnens.In vielen Ländern haben sich eigene nationale Arten des Ringkampfes entwickelt, die heute noch bekannt sind.
Zum Beispiel:
Sumo – Japan, Glima – Island, Adlerkampf – Mongolei,Pehlivan – Jugoslawien, Schwingen – Schweiz, Rankeln – Bayern/ Tirol, Ölringen – Türkei und Gilaki im Iran.

Vorraussetzungen im Ringen
Vorraussetzungen, um ein guter Ringer zu werden sind:
Kraft, Intelligenz, Schnelligkeit, Ausdauer, Gewandheit, Beweglichkeit, Zielstrebigkeit, Siegeswille, Mut und Risikobereitschaft.
Die Beherrschung der Technik und Taktik des Ringens ist dabei von großer Bedeutung. Das Sprichwort „Learning by doing“ zählt auch beim Ringen. Ringkampf lernt man nur durch Ringen. Das heißt; im Training bewußtes, fleißiges und beharrliches Erlernen und Wiederholen der vielen techn. u. takt. Handlungen. Ringen ist geballte Kraft, umgewandelt in athletische Kraft.

Vorstellung des Ringens
Ringen wird in 2 Stilarten ausgeführt. Zum einen, im griechisch- römischer Stil , bei dem sämtliche Griffe und Aktionen im Bereich des Oberkörpers bis zur Hüfte angewendet werden. Zum anderen, der freie Stil, hier können zum Ausführen der Griffe auch die Beine eingesetzt werden. Die Aktiven sind je nach Alter und Gewichtsklassen eingeteilt.
Es gibt 2 Wettkampfarten:
Die Einzelmeisterschaften, bei denen jeder für sich um eine Medaille oder um einen Pokal kämpft
oder
die Mannschaftskämpfe, dort sind 10 Gewichtsklassen zu einer Mannschaft zusammengeschlossen.
Bei den Schülern beginnt es mit 29 kg. Danach folgen 31, 34, 38, 42, 46, 50, 55,60 und 76 kg.
Der Kampf beginnt mit einem freundschaftlichen Handschlag, der ausdrücken soll, dass der Kampf fair und nach den Regeln ausgeführt werden soll. Verboten sind: Kopfstoßen, schlagen, treten, zwicken und beißen. Der Schiedsrichter pfeift nun den Kampf an. Es wird in 2 Runden zu jeweils 2 Minuten reine Kampfzeit gerungen. Sieger ist, wer seinen Gegner auf beide Schulterblätter zwingt. Durch Griffaktionen, die mit 1, 2, 4 oder 5 Punkten gewertet werden, kann man die Runde gewinnen. Sieger ist wer mehr Punkte in den zwei Runden sammelt. Der Punktestand und die Kampfzeit werden am Kampfrichtertisch angezeigt. Seit 1989 wird Ringen auch für Frauen u. Mädchen angeboten.

Von Christian Lurz